12. Juli 2015

MUSIKRAD - Strand, Sand, Salz






Bildquelle: 
Stephanie Pfaender (1) (2)

Ich weiß ganz genau, wie sich der Sand anfühlt, das Dünengras, das platt getretene und das hohe, das in die nackten Beine und Füße pikst. Wie der Sand riecht und die salzige Nordsee. Dass man sich am besten schnell mit klarem Wasser aus einem Gartenschlauch abspült, weil das Salzwasser die Haut so austrocknet und sich eine feine weiße Salzkruste bildet, die man vom Unterarm ablecken kann und dabei auch nach Sonnenmilch und warmer Haut schmeckt;

dass es aber auch kleine Wunden in kleinen Augenblicken heilt. Es brennt erst, dann ist es fast, als wäre nichts gewesen. Die Handtücher, die wir zum Trocknen an Plastikwäscheleinen aufgehängt haben, der Badeanzug riecht nach Meer und Salz. Immer wieder sind wir baden gegangen. Oft am Tag. 


Wir sind die Dünen hochgeklettert und haben uns in ihren Sandkuhlen versteckt, den Menschen unten am Strand beim Baden zugesehen und dabei Caprisonne mit Strohhalm geschlürft. Auf dem Teerdeich sind wir ins Dorf gelaufen. Er war warm von der Sonne und mit den Zehen konnte man die kleinen Steinchen herauspulen. Zur Wattseite hin wuchs Meeresspargel, ein salziges, lustiges Wildgemüse. Zur Landseite lila Heidekraut. Wir haben daraus Blumensträuße gepflückt und getrocknet. Als Erinnerung. Alles roch nach Sand und Salz. Nach Kindheit. Und wir waren lange nicht mehr da, auf der Nordseeinsel. Nicht Sylt, sondern Amrum war es.


Und weil es eigentlich eine rollendes Musikrad quer durch Currywurst - Pommes - Schranke - Sand - Salz - Bade - Hitze werden sollte, passen wir die musikalische Stimmung doch einfach dem an, anstatt sich vom nur ab und zu vorbeischauenden Sommer deprimieren zu lassen: